13.06. bis 15.06.2025 – Dieses Wochenende hatten wir es endlich mal geschafft: Direkt nach einem Meeting in Leipzig rein in die Natur. Ziel war die Kiesgrube Kleinpösna bei Leipzig – ein riesiger See in einem Verbund mehrerer Seen, der nicht nur für Angler viel zu bieten hat. Schon bei der Ankunft war klar: Hier wird's besonders. Aber auch lehrreich.
Die Kiesgrube, in der wir waren (Nummer 2), ist vermutlich die älteste im Verbund. Natürlicher Baumbewuchs, schattige Buchten, klares Wasser und eine angenehme Größe, die uns vermuten lässt: einige Hektar. Gegenüber gab es weitere Seen, die eher karg waren – mit Schilfgürtel, wenig Schatten und noch aktiven Kiesabbauzonen. Unsere Grube dagegen wirkte wie zurückgegeben an die Natur.
Die Angelbedingungen waren sensationell: Mit einer Dreitageskarte für 30 Euro (10 Euro pro Tag) durften wir E-Motorboot fahren, Futterboot nutzen, anfüttern und den Platz frei wählen. Das gibt es nicht überall – an vielen Seen sind solche Annehmlichkeiten Vereinsmitgliedern vorbehalten. Hier nicht. Und das Beste: Es hat funktioniert. Schnell. Erfolgreich.
Wir hatten einen der besten Plätze erwischt: eine kleine Bucht mit Schatten, direktem Zugang zum Wasser und Ruhe. Der See war weitläufig genug, um sich aus dem Weg zu gehen. Unsere Seite war fest in Anglerhand, gegenüber planschten ein paar Badegäste, darunter auch einige FKK-Freunde, wie das im Osten so üblich ist. Wer will, kann dort nicht nur Fische fangen...
Die Schranke am Zugang war zunächst verschlossen, aber die Leute vor Ort waren freundlich und hilfsbereit. Wer grüßend und respektvoll auftritt, dem wird aufgeschlossen – wortwörtlich. So konnten wir direkt mit dem Auto an unseren Platz fahren. Kein Schleppen, kein Stress.
Schon dienstags hatten wir die Stelle vorab besucht. Damals waren zwei große Gruppen mit sechs bzw. zehn Leuten am See, die ihre Lager für eine Woche aufgeschlagen hatten. Als wir freitags ankamen, wurde gerade gewechselt: Die einen räumten, die anderen – wir inklusive – bauten auf. Es war durchgehend was los, aber nie hektisch. Selbst die Autobahn in unmittelbarer Nähe ließ sich erstaunlich gut ausblenden.
Unsere Nachbarn: Mischa und Winnie. Mischa eher still, zurückhaltend, fast distanziert. Anfangs freundlich, aber wohl ein wenig eifersüchtig auf unsere Fangerfolge. Nach Tag zwei verschwand er sang- und klanglos mit seiner Frau. Winnie war das Gegenteil: ein Laberkopp, aber gutmütig, hilfsbereit, interessiert. Beide waren uns letztlich wohlgesonnen.
Technisch hatten wir ambitionierte Pläne: Strom komplett über Solar. Die Idee war gut, die Umsetzung hakte. Was fehlte: ein langes Verlängerungskabel zwischen Solarpanel und Powerstation, weil das Modul natürlich in der Sonne stand, die Powerstation im Schatten. Und: der Adapter vom großen Modul zur Station. Beides merken wir uns fürs nächste Mal.
Unsere Dometic CFX-45 Kompressorkühlbox war der Gamechanger. Stets kaltes Bier, knackiger Salat, sogar Minusgrade möglich. Kein Vergleich zu Thermoboxen, die nur 20 Grad unter Umgebung kühlen. Bei 30 Grad Außentemperatur reicht das nicht.
Gegessen haben wir klassisch: Steaks, Würstchen, Brot, Kartoffelsalat – alles frisch auf dem Scotty-Grill. Der hat super funktioniert, aber kulinarisch wollen wir beim nächsten Mal kreativer werden. Die Kühlbox gibt es her. Wir müssen nur planen.
Kleineres Problem aber dennoch nervig: Spülen. Ohne Waschkanister, ohne Spülmittel geht da gar nichts. Fettiges Geschirr bleibt fettig. Der See reicht nicht. Wir brauchen für nächstes Mal: Wasserkanister mit Hahn, Schüssel, biologisches Spülmittel. Und ein Konzept.
Ebenfalls wichtig: eine mobile Toilette. Ab drei Tagen Pflicht. Und ehrlich: auch sinnvoll. Wer nachts mal muss, weiß eine komfortable Lösung zu schätzen. Wird beschafft.
Abschließend: Es war warm, sonnig, sauber, ruhig und voller kleiner Geschichten. Jugendliche Gruppen zogen an uns vorbei, es gab nette Gespräche, offene Menschen, keine Konflikte. Wenn man freundlich auftritt, kommt man weit. Und wenn man vorbereitet ist, noch weiter.
Wir kommen wieder. Mit Verlängerungskabel. Und Spülmittel.